Mit dem RedSands Camper die Kimberley Region entdecken

Von Ramona Studer, Reise-Designerin Ozeanien

Die Kimberley Region, im Norden Westaustraliens, hat mich vor 9 Jahren so sehr beeindruckt, dass ich diese Region unbedingt nochmals bereisen wollte. Dieses Jahr war es nun soweit und wir sind für drei Wochen mit einem RedSands Camper, einem Premium 4WD Fahrzeug mit Dachzelten, unterwegs. Wir erkunden eine Region voller spektakulärer Landschaften, faszinierenden Nationalparks, versteckten Billabongs (Wasserlöchern) mit beeindruckenden Wasserfällen und geniessen es über die Gibb River Road mit den verschiedenen roten Sandtönen zu düsen und zahlreiche Flüsse zu durchqueren.


 

Unsere Reise beginnt in Broome und führt uns entlang des Highway 1 bis nach Kununurra und anschliessend entlang der berühmten Gibb River Road mitten durch das Herzen der Kimberley zurück nach Broome. 

Noch bevor wir unseren RedSands Camper übernehmen, tauchen wir 2 Tage in das tropische Flair der Küstenstadt Broome ein. Auf dem beliebten Sonntagsmarkt schlendern wir zwischen Kunsthandwerk, lokalen Spezialitäten und Livemusik hindurch. Ein Besuch des japanischen Friedhofs erinnert an die bewegte Geschichte Broomes als Zentrum der australischen Perlenindustrie und an die vielen japanischen Perlentaucher, die hier einst lebten und arbeiteten. Natürlich zieht es uns auch an den berühmten Cable Beach. Während die Sonne langsam im Indischen Ozean versinkt, entstehen die schönsten Bilder. Kamele, die gemächlich am Strand entlangziehen, vor einem Himmel voller Gold-, Orange-, Violett- und Rottöne. Ein perfekter Start in unser Abenteuer.

Nach einer ausführlichen 2 stündigen Fahrzeugübergabe, wo uns alles was das Fahrzeug kann live demonstriert wird, verlassen wir Broom mit unserem RedSands Camper «Delta» und machen uns auf den Weg zur Dampier Peninsula. Unser erstes grosses Ziel ist die Cygnet Bay. Neben der ältesten Perlenfarm Australiens wartet hier ein ganz besonderes Naturwunder auf uns, ein Ausflug mit dem Kleinflugzeug zu den Horizontal Falls. Während unseres Ausflugs erleben wir hautnah, wie die gewaltigen Gezeitenunterschiede der Kimberley-Küste riesige Wassermassen durch die schmalen Felsspalten pressen. Mit dem Schnellboot geht es rasant durch die breiteste Felsspalte und über den Wasserfall.

Weiter geht die Fahrt ins Outback nach Birdwood Downs, einer Outback Station zwischen kleinen und riesengrossen Boab Bäumen. Schon bei der Ankunft fühlen wir uns wie in einer anderen Welt. An ausgewählten Tagen, wie heute, stehen die Besitzer am BBQ und servieren Burger, welche den Big Mac locker in den Schatten stellen. Besonders fasziniert sind wir vom riesigen Boab Tree auf dem Gelände, welcher wir entlang vom Boab Walk erreichen.

Am nächsten Tag erreichen wir die beeindruckende Windjana Gorge. Mächtige Kalksteinwände ragen vor uns in die Höhe und entlang des Lennard River entdecken wir Süsswasserkrokodile, die scheinbar gemütlich in der Sonne liegen. Nur kurze Zeit später stehen wir mit Stirnlampen ausgerüstet am Eingang von Tunnel Creek. Wir waten im Schein unserer Lampe durch den unterirdischen Fluss, passieren dunkle Höhlenabschnitte und bestaunen bizarre Felsformationen. Am anderen Ende eröffnet sich das Paradies auf Erden, wo der Fluss zwischen der üppig grünen Bepflanzung dahinzieht.

Nicht weniger spannend ist unser Besuch der Mimbi Caves. Während einer geführten Tour erfahren wir von Jeffrey einem der traditionellen Besitzern viel über die Traumzeitgeschichten und die kulturelle Bedeutung dieser uralten Höhlen. 

Manchmal entstehen die schönsten Erinnerungen spontan oder durch eine kurzfristige Schliessung eines eingeplanten Campingplatzes. Der Besuch des Caroline Pools war geplant, aber nur als Mittagsstopp und Bademöglichkeit. Angekommen, entscheiden wir uns kurzerhand, hier die Nacht zu verbringen. Direkt am Fluss parken wir unseren Camper und schlagen unsere Dachzelte auf, springen zur Abkühlung in den ein paar Meter entfernten Pool und sitzen später am Lagerfeuer. Dank fehlender Beleuchtung spannt sich über uns der für den Outback typische, beeindruckende Sternenhimmel.

Nach einer abenteuerlichen Off Road Pisten Fahrt mit Flussquerungen erreichen wir ein weiteres Highlight unserer Reise, den Purnululu Nationalpark. Die Felsformation «Bungle Bungles» wirkt in Wirklichkeit noch spektakulärer als auf Bildern. Bei einer geführten Tour wandern wir zur Cathedral Gorge, bekannt für ihre natürliche Akustik, und durch die enge Echidna Chasm, wo die Sonnenstrahlen nur für kurze Zeit die hohen Felswände erreichen. Die einzigartigen Sandsteinformationen gehören völlig zu Recht zum UNESCO-Welterbe.

In Kununurra steigen wir in ein Kleinflugzeug für einen Scenic Flight und erkennen das wahre Ausmass dieser Landschaft. Während die Bungle Bungles sicherlich das Highlight sind, beeindrucken uns auch die gewaltige Grösse des Lake Argyle, die grossen landwirtschaftlichen Anbaugebiete, die Argyle Diamantenmine und der gewundene Ord River. Direkt vor den Toren Kununurras besuchen wir den Mirima Nationalpark, der aufgrund seiner markanten Felsformationen oft als Mini-Bungle-Bungles bezeichnet wird.

Ein weiteres Highlight erwartet uns auf dem Lake Argyle. Während einer Sunset Cruise gleiten wir über die riesige Wasserfläche des grössten künstlichen Stausees Australiens, welcher nach einer guten Regenzeit doppelt so gross ist wie der Bodensee. Unterwegs entdecken wir Rock Wallabies, die geschickt über die Felsen springen, beobachten Krokodile an den Ufern und halten Ausschau nach den zahlreichen Vogelarten der Region. Als die Sonne langsam untergeht und den Himmel in warme Farben taucht, geniessen wir Getränke und Snacks mitten in dieser magischen Naturkulisse.

Unser Tag auf der grossen El Questro Station startet mit einer Wanderung zur Amalia Gorge, wo wir uns im natürlichen Pool mit Wasserfall zwischen roten Felswänden erfrischen. Mein absolutes Highlight der ganzen Reise ist jedoch der Helikopterflug zu den Miri Miri Falls. Nach einem spektakulären Flug landen wir an einem abgelegenen Wasserfall mitten im Nirgendwo. Für einen kurzen Moment haben wir das Gefühl, einen eigenen Wasserfall zu besitzen. Nur wir, der Pilot und die unberührte Wildnis der Kimberleys. Solche Erlebnisse bleiben für immer im Herzen. Den Tag lassen wir beim Pigeon Hole, einem Aussichtspunkt der Station ausklingen, wo wir einen traumhaften Sonnenuntergang über den endlosen Weiten der Kimberleys erleben.

Einer der legendärsten Momente entlang der Gibb River Road wartet mit der Durchquerung des Pentecost River auf uns. Langsam fahren wir durch das Wasser, welches um einiges höher ist als vor 9 Jahren, während sich im Hintergrund die beeindruckenden Cockburn Ranges erheben. Es ist eines jener Bilder, die man sofort mit den Kimberleys verbindet.

Über die Drysdale River Station gelangen wir weiter in den abgelegenen Norden. Auf dem Weg zu den Mitchell Falls stoppen wir beim King Edward River und bestaunen jahrtausendealte Felsmalereien der Aborigines, die eindrucksvoll von der langen Geschichte dieser Region erzählen. Für den Besuch der Mitchell Falls haben wir einen Helikoptertransfer zu den Fällen gebucht. Aus der Luft blicken wir auf die berühmten vierstufigen Wasserfälle und die scheinbar endlose Wildnis. Auf der 4.5 km langen Wanderung zurück zum Campingplatz durchqueren wir die raue Natur der Kimberley, kommen vorbei an den Big Mertens Falls, einem schönen Seerosenteich und den Little Mertens Falls oberhalb welcher wir uns in Felspools abkühlen.

Auf der Mt Elizabeth Station unternehmen wir einen anspruchsvollen Station Drive zur Warla Gorge, einem Flusslauf mit Sandstrand. Die Strecke fordert Fahrzeug und Fahrer gleichermassen, belohnt uns aber mit dem echten Abenteuergefühl.

Unterwegs erkunden wir die wunderschöne Galvans Gorge mit Wasserfall und Felsmalereien, die versteckt gelegene Adcock Gorge sowie die touristisch sehr bekannte Bell Gorge mit dem grossen, breiten Wasserfall. Alle laden ein, um etwas Zeit zu verbringen und sich im Wasser zu erfrischen.

Auch ein Abstecher zur historischen Mount Hart Station darf nicht fehlen. Heute betreibt die ehemalige Rinderstation kein aktiver Viehbetrieb mehr, sondern wird als exklusive Wildnis-Lodge mit Campingplatz am Barker River betrieben.

Bevor wir nach Broome zurückkehren, machen wir Halt in Derby. Die eindrucksvollen Skulpturen erzählen Geschichten über die Kultur, die Natur und die Menschen der Kimberleys und lassen mein Fotografenherz während der untergehenden Sonne höherschlagen. Zurück am Meer verpassen wir natürlich auch hier nicht den spektakulären Sonnenuntergang bei der Hafenanlage.

Zurück in Broome besuchen wir den beeindruckenden Gantheaume Point mit seinen roten Klippen bevor wir und Delta bei der Endreinigung in der Waschanlage so richtig nass werden.

Während die Sonne langsam am Cable Beach im Indischen Ozean versinkt, lassen wir drei unvergessliche Wochen Revue passieren. Die Kimberleys haben mich erneut verzaubert und meine Kollegin oftmals sprachlos gemacht. Mit unserem RedSands Camper «Delta» konnten wir diese aussergewöhnliche Region intensiv und flexibel erleben.