Dank dem Fremdenverkehrsamt der Region Gisborne konnte ich eine der schönsten und ursprünglichsten Fahrstrecken der Nordinsel von Neuseeland erkunden. Der Highway 35 windet sich in unzähligen Kurven entlang der wilden Ostküste und führt durch eine Region, die vom internationalen Tourismus bisher weitgehend unentdeckt geblieben ist. Die spektakulären Ausblicke auf den Pazifik, kleine Maori-Gemeinden und die entspannte Atmosphäre machen diese Strecke zu einem echten Highlight.

Von Whakatāne aus fahre ich Richtung Osten und erreiche bald die Motu River Bridge. Hier nehme ich an einer Motu River Jet Tour teil. Während der rasanten Fahrt durch die unberührte Flusslandschaft erlebe ich die abgelegene Wildnis der Region aus einer ganz besonderen Perspektive.
Auf meinem Weg entlang der Küste lege ich einen Stopp bei der wunderschönen Raukokore Church ein. Die kleine weisse Kirche mit ihrem Glockenturm liegt direkt am Meer und zählt zu den meistfotografierten Motiven der Region.
Ein weiteres Wahrzeichen der Ostküste sind die Waihirere Waterfalls. Aus Respekt vor den grasenden Kühen betrachte ich den malerischen Wasserfall aus der Entfernung.
In Te Araroa, einem grösseren Ort, mit einem Einkaufsladen und Verpflegungsmöglichkeiten, besuche ich Te Waha o Rerekohu, den grössten Pohutukawa-Baum Neuseelands. Anschliessend fahre ich zum East Cape Lighthouse. Die Küstenstrasse führt mich direkt entlang vom Meer und bietet immer wieder fantastische Ausblicke. Obwohl derselbe Weg zurückgefahren werden muss, ist die Strecke besonders gegen Abend ein Genuss, wenn das warme Licht der untergehenden Sonne die Landschaft in goldene Farben taucht.
Meine Unterkunft für die Nacht ist das idyllisch gelegene Nga Puriri Retreat in Hicks Bay. Umgeben von Natur und weit weg vom Alltag geniesse ich hier die Ruhe und Abgeschiedenheit als einziger Gast. Das von den Gastgebern mit liebe zubereitete Frühstück geniesse ich auf der Terrasse mit Blick aufs Meer.
Ein Highlight, welches aufgrund des schlechten Wetters im Gebirge leider abgesagt wurde, ist die geführte Tour auf den heiligen Maunga Hikurangi. Gemeinsam mit einem Maori-Guide wäre ich mit einem ATV (All Terrain Vehicle) auf den Berg gefahren, wo ich mehr über die Geschichte und Traditionen der Ngāti Porou erfahren hätte, während die ersten Sonnenstrahlen des Tages über dem Pazifik erschienen wären. Ich kann mich dennoch mit dem Maori Monty in der lokalen Feuerwehstation treffen, um mehr über die Tour und die Maoris zu erfahren.
Anschliessend fahre ich weiter Richtung Süden nach Tokomaru Bay. Der kleine Küstenort ist für die Überreste seines historischen Hafens bekannt. Hier gönne ich mir einen berühmten Paua-Pie, eine lokale, sehr leckere Spezialität, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Weiter südlich erreiche ich Tolaga Bay, wo der Steg 660 Meter weit ins Meer hinausragt. Vom Steg geniesse ich die Aussicht über die Bucht, bevor ich den Cook's Cove Walkway in Angriff nehme. Der Wanderweg führt mich durch die Schafsweide und durch den Wald bis zum markanten Felsbogen «Hole in the Wall» und zu jener Bucht, in der einst Captain Cook an Land ging.
Meine nächste Unterkunft ist die Tatapouri Bay Oceanside Accommodation, direkt am Meer gelegen. Von hier aus nehme ich an der berühmten Reef Ecology Tour teil. Dabei komme ich den faszinierenden Stachel- und Adler Rochen in ihrem natürlichen Lebensraum erstaunlich nahe und erfahre viel Wissenswertes über die Tiere – ein einzigartiges Naturerlebnis.
Rund um Gisborne warten weitere spannende Entdeckungen auf mich. Mit den Gisborne Railbike Adventures erkunde ich die Küste auf ehemaligen Bahnstrecken und geniesse dabei spektakuläre Ausblicke auf den Pazifik. Im Eastwood Arboretum spaziere ich durch eine der beeindruckendsten Baumsammlungen mit Bäumen aus der ganzen Welt. In Gisborne selbst entdecke ich die entspannte Atmosphäre der östlichsten Stadt des Landes. Besonders empfehlenswert ist eine geführte Fahrrad Tour, bei der ich nicht nur die Stadt, sondern auch spannende Einblicke in die Maori-Geschichte und die kulturelle Bedeutung dieser Region erhalte.
Die Reise entlang des Highway 35 kann ich jedem empfehlen, der abseits vom Massentourismus die wilde Natur Neuseelands kennen lernen und sein Wissen über die Kultur der Maori erweitern möchte.